morgens

zwischen schlafen und träumen
winden sich zwei stunden
ranken sich um gestern und morgen -
blüten und dornen

fern brandet ein zug
wogen treiben heran
brechen und spiegeln licht -
ruhe und gischt

das haus regt sich
rüttelt sich zurecht
stimmen erklingen -
wünschen und zwingen

Verhandlungen

sie wünschen?
vom schlimmsten das schrecklichste
ist recht.

was darf es sein?
was sein kann
wie sie wünschen.

der nächste.
Nachbar und sein Haus...
er kratzt Gras aus den Fugen -
östlich erscheint Licht

Einblatt neben mir
Wurde lang nicht gegossen
Ein Blatt fällt herab

Neben der Straße
Wind verwirbelt die Pfütze
Der Bus fährt vorbei
mit dir tragen				
statt dir nachtragen

dir helfen
statt dir nachhelfen

dir geben
statt dir nachgeben

dich schauen
statt dir nachschauen    

dich dein leben nicht 
meines nachleben lassen
platane am weg 
im frühjahr gestutzt -
nun wieder voll grün

Bis zum letzten Tageslicht
suchen wir nach Wegen
tasten uns vor
schrecken zurück
Bis zum letzten Tageslicht
offenbaren wir uns in Rätseln
meiden die Schatten
taumeln zum nächsten Schritt 
Doch die Geister warten am Ufer des Sees

Kühle am Morgen
Griff aus dem Bett zum Regal
Dort ein Gruß von dir

Vergnügen

Der erste Blick aus dem Fenster am Morgen 
Das wiedergefundene alte Buch 
Die gestrigen Gläser auf dem Tisch 
Schnee, der Wechsel der Jahreszeiten
Die Zeitung, die Zeit lässt 
Der Blick in die Welt 
wie sie wirklich ist
Alte Musik mit alten Gedanken 
die sich genügen
Am Ende der Nacht
angekommen sein.